Kino

Mein Redebeitrag aus der vergangenen Sitzung des Ferienausschusses in voller Länge: 

Dass unsere Kinobetreiberin, Melanie Reil, eine hervorragende und leidenschaftliche Arbeit leistet, ist heute schon mehrmals betont worden. Auch zurecht. Sie wird nicht umsonst jährlich mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Ich bin auch prinzipiell für eine Sanierung des Kinos, weil ein zweiter Kinosaal und ein barrierefreier Umbau natürlich schöner und attraktiver für unsere Stadt ist.

Wir sind nicht umsonst Kulturmekka des Bayerischen Waldes. Und es ist immer schön, wenn man den Bürgerinnen und Bürgern ein neues kulturelles Angebot anbieten kann. Nicht nur den Einheimischen, sondern auch den Touristen, die hoffentlich auch noch in paar Jahren mit der Waldbahn hierherfahren können.

Aber wie es Herr Stadtrat Wühr bereits schon angesprochen hat, befinden wir uns in einer prekären Ausgangslage – auch aufgrund der hohen Investitionssumme. Das bereitet nicht nur Stadträtin Nicole Herzog, sondern auch mir Bauchschmerzen. Vielleicht müssen wir gemeinsam noch zum Arzt.

Es ist immer schwierig, wenn man über eine Investitionssumme entscheiden muss und dann erst im Nachgang geschaut wird, wie wir das finanziell stemmen können und wir es auf die nächsten Jahre verschieben.

Mir wäre es lieber gewesen, wenn richtige Finanzierungspläne und Finanzierungsstrategien schon im Vorfeld vorgelegt werden würden – quasi eine Abstimmung ganz ohne Bauchschmerzen. Wenn man in dieser Ausgangslage eine Entscheidung treffen muss, ist es nur mit Gewissensbissen möglich.

Weil für mich vor allem das Kino genauso wie der Große Pfahl zur Stadt Viechtach gehört und es für unsere Kulturmetropole ein essenzieller Baustein ist.

Vor allem würde es nochmals würdigen, welche große hervorragende Arbeit die Kinobetreiberin leistet. Ich war selber die letzten Monate paar Mal im Kino und hab mir ein eigenes Bild machen und mich in Gesprächen mit Ehepaar Reil davon überzeugen können.

Aber was ich auch bisschen aus der Argumentation der Vorredner rausgehört habe, ist, dass wir die Pflichtaufgaben auf der einen Seite mit den sonstigen Aufgaben auf der anderen Seite gegeneinander ausspielen. Das dürfen wir nicht nach außen tragen.

Unsere oberste Prämisse muss immer sein, dass wir die Grundversorgung sicherstellen und die Pflichtaufgaben erfüllen. Auf der zweiten Ebene kommen erst die freiwilligen Aufgaben.

In diesem Punkt muss ich Herrn Wühr beipflichten.

Dass natürlich für unsere Stadt das Kino wichtig und essenziell ist und wir verhindern müssen, dass es eine Brache wird, muss uns bewusst sein. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass unser städtisches Gebäude am Ende nicht -wie befürchtet- als Brache enden wird.

Das bringt vor allem mich als Kulturbeauftragter in die Bredouille. Weil auf der einen Seite ist mir der Erhalt unserer Kulturstätten immens wichtig. Auf der anderen Seite bin ich als Stadtratsmitglied der Bürgerinnen und Bürger und nicht in erster Linie als Kulturbeauftragter gewählt worden.

Deswegen ist mir wichtig, dass wir auch verantwortungsvoll und sparsam mit den Steuergeldern unserer Bürgerinnen und Bürger umgehen.

Dankeschön. Das war es von meiner Seite.

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Im Anschluss der Debatte hat sich der Ferienausschuss mit 5 zu 4 für die Erweiterung und Sanierung des Viechtacher Kinos durchgesetzt. Die Verwaltung wird nun beauftragt, den erforderlichen Zuwendungsantrag bei der Regierung von Niederbayern einzureichen. Es wurden seitens der Regierung bereits Förderzuschussmittel in Aussicht gestellt. Die Stadt Viechtach wird zudem versuchen, auch noch aus weiteren Fördertöpfen Geldmittel für das Projekt einzuholen.

 

Weitere Gesichtspunkte, die für die Sanierung und Erweiterung des Viechtacher Kinos sprechen:

+ Wenn wir in der Stadt Viechtach alle Einrichtungen, die wirtschaftlich und materiell  keinen (großen) Profit bringen, nicht weiter betreiben bzw. unterstützen würden, müssten wir Vieles zusperren: Das Freibad, den Minigolfplatz und vieles mehr.

 

+ Nach Schließungen von Einrichtungen wie das Kino oder sonstige nicht wirtschaftlich profitable Einrichtungen ist unser Ruf, die Lebensqualität und unsere überregionale Anerkennung als Kulturhauptstadt und Kulturmekka in Gefahr. Wir müssen alles daran setzen, dass wir auch in Zukunft für unsere Bürgerinnen und Bürger als Stadt lebenswert und attraktiv bleiben. Ein reichhaltiges Kulturleben ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für die allgemeine Lebensqualität unserer Heimatstadt.

 

+ Es ist eine Investition in ein eigenes Gebäude der Stadt Viechtach. Wenn wir nicht investieren, haben wir in vier Monaten eine Kinobrache, die kein Mensch mehr mieten will, über einen unbestimmt langen Zeitraum leer steht und schlichtweg verkommt. Es ist auch unsere Aufgabe, dass wir präventiv akut drohende Leerstände verhindern. Einen solchen Stillstand dürfen wir nicht riskieren!

 

+ Die Sanierung und Erweiterung des Kinos stellt einen immens wichtigen Baustein für eine Wiederbelebung und Attraktivitätssteigerung des Viechtacher Stadtzentrums dar. Davon ist nach einem Schreiben des zuständigen Sachverständigen auch die Regierung von Niederbayern überzeugt.

 

Die Kinobetreiberin ist bereit, zukünftig eine höhere Miete an die Stadt Viechtach zu bezahlen. Sie ist ebenfalls dazu bereit, aus eigener Tasche einen sechsstelligen Betrag für die Modernisierung und den Ausbau des bestehenden Kinosaals zu zahlen. Diese finanzielle Leistungsbereitschaft in ein ihr fremdes Gebäude und der unermüdliche Einsatz zeigt, wie wichtig es der Kinobetreiberin ist, den Bürgerinnen und Bürgern ein Kinoerlebnis auch in Zukunft zu ermöglichen.